• Pflanzliche Helfer – gerade für Kinder

    Pflanzliche Helfer – gerade für Kinder

    Kinder können bis zu zwölf Mal im Jahr an einer Erkältung erkranken, was aus medizinischer Sicht ganz normal ist. Das Immunsystem bildet sich mit der Zeit erst richtig aus und das kindliche Abwehrsystem ist noch nicht stark genug, um einen Infekt im Keim zu ersticken. Die Eltern der kleinen Patienten leiden jedoch bei jedem Infekt mit und wünschen sich schonende und schnelle Hilfe. Gerade bei den ersten Erkältungssymptomen wie Kratzen im Hals oder laufende Nase haben sich pflanzliche Arzneimittel bewährt, weiß Juliane Stark-Kreul, Apothekerin für Pflanzenkunde aus der Engel-Apotheke in Marl zu berichten. Die meisten Mittel sind gut verträglich und machen keine Probleme bei der Einnahme mit anderen Medikamenten. Trotzdem sind nicht alle pflanzlichen Präparate für Kinder jeden Alters geeignet berichtet die Phytothek-Apothekerin weiter. Deshalb ist es gut, wenn die Eltern sich in der Apotheke vor Ort kompetent beraten lassen. Wir in der Engel-Apotheke haben extra dafür einen eigenen Bereich – die Phytothek- geschaffen. Dieser Bereich ist schon durch seine grüne Farbe gut ersichtlich. Hier bekommt der Kunde die besten pflanzlichen Arzneimittel und die dazugehörige fachkundige Beratung durch speziell geschultes Personal.

    Pflanzliche Salbeizubereitungen in Form von Gurgellösungen oder Tee sind gut geeignet bei Entzündungen im Mund-Rachenraum. Die enthaltenen Gerbstoffe haben einen zusammenziehenden Effekt auf die Schleimhäute und diese werden dafür undurchlässiger für Bakterien und Viren. Die Anwendung von Salbeipräparaten sollte jedoch aufgrund eines Inhaltstoffes zeitlich begrenzt sein. Auch sollten Stillende mit Salbei vorsichtig umgehen, da er Einfluss auf die Milchbildung hat, rät Apothekerin Stark-Kreul.

    Thymianpräparate wirken wie Salbei antibakteriell und antiviral, können aber zusätzlich noch Verkrampfungen und Schleimansammlungen im Bronchialbereich lösen. Durch Anregung bestimmter Sauberkeitsmechanismen können Verunreinigungen aus den Bronchien abtransportiert werden, erklärt die Apothekerin weiter. Für ein besseres Durchatmen der kleinen Patienten bieten sich gerade Säfte an, die noch zusätzlich zum Thymianextrakt Efeuextrakt enthalten. Auch hier ist es wichtig, Säfte zu verwenden, die nach einem kontrollierten Herstellungsverfahren produziert worden sind. Nur so kann gewährleistet werden, dass genügend Wirkstoff und keine gesundheitsbedenklichen Stoffe im Naturextrakt enthalten sind.

    Für die kleinen und großen Patienten, die unter Druckkopfschmerz häufig in Verbindung mit einer verstopften Nase leiden, eignen sich Kombinationspräparate mit der Schlüsselblume als Inhaltsstoff. Dieses Präparat hat in vielen Studien seine schleimverflüssigende Wirkung unter Beweis gestellt.

    Bei richtiger Anwendung sind pflanzliche Arzneimittel eine gute Alternative zu chemisch hergestellten Arzneimitteln. Der Patient sollte auch bei einer leichten Erkältung die fachkundige Beratung in unserer Apotheke vor Ort nutzen.

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
    Ihre Juliane Stark-Kreul

  • Osteoporose – Wenn die Knochen öfter brechen

    Osteoporose – Wenn die Knochen öfter brechen

    Osteoporose wird häufig als ein Problem älterer Frauen abgetan. Weit gefehlt!

    Viele Männer leiden auch schon unter den Folgen des Knochenschwundes, denn neben jeder dritten Frau entwickelt auch schon jeder fünfte Mann über 50 eine Osteoporose. Mit ca.7 Millionen betroffenen Bundesbürgern ist Osteoporose eine weit verbreitete Volkskrankheit geworden. Durch die steigende Lebenserwartung werden immer mehr Menschen den Knochenabbau in einem spürbaren Ausmaß erleben.

    Was passiert bei der Osteoporose?
    Unser Skelett ist eine Großbaustelle, beständig wird Knochenmasse auf-, um- und abgebaut. Bis zum ca. 30. Lebensjahr überwiegt der Aufbau. Ab dann verliert das Knochenskelett jährlich ca. 1% an Masse, so dass bei geringfügigen Verletzungen oder gar alltäglichen Belastungen, also ohne „adäquates Trauma“, wie die Ärzte es bezeichnen, es zu Knochenbrüchen kommen kann. Bevorzugt kommt es zu Frakturen im hüftnahen Bereich des Oberschenkels oder im Unterarmknochen nahe des Handgelenkes.

    Das Drama liegt weniger im Knochenrückgang, der an sich beschwerdefrei verläuft, sondern vielmehr an den möglichen Folgen. Die Vermeidung von Knochenbrüchen und Stürzen ist daher das Ziel aller therapeutischen und prophylaktischen Maßnahmen.

    Eine geringe Knochendichte ist ein wichtiger Risikofaktor, reicht aber für die Diagnose allein nicht aus. Die wichtigsten Risikofaktoren sind altbekannt, aber kaum beinflussbar, wie zum Beispiel weibliches Geschlecht (vor allem nach der Menopause), höheres Lebensalter, Zahl und Schweregrad bereits erlittener Wirbelkörperbrüchen, andere Knochenbrüche und genetische Vorbelastungen (z.B. durch Oberschenkelhalsfrakturen der Eltern). Dagegen können Immobilität, Bewegungsmangel, erhöhter Zigaretten- oder Alkoholkonsum, Untergewicht (BMI < 20), verstärktes Übergewicht oder Fehlernährung selbst beeinflusst werden. Zu den Risikofaktoren zählen ebenso bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 1, Cushing-Syndrom oder Hyperthyreose. Einen guten Überblick gibt die ärztliche Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose im Erwachsenenalter, die der Dachverband der Osteologie (DVO) im Herbst 2014 aktualisiert hat. Anhand der individuellen Risikoabschätzung ist zu beurteilen, ob eine Basisdiagnostik notwendig und sinnvoll ist. Zur Basisdiagnostik zählt die Erhebung der Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen und eine Knochendichtemessung. Zur Knochendichtemessung stehen drei unterschiedliche Verfahren zur Verfügung: Computertomographie, Röntgen- oder Ultraschallmessungen. In Apotheken kann mittels Ultraschallmessung die Knochendichte bestimmt werden. Die Messung selbst ist schmerzlos und dauert nur wenige Minuten. Vom 24.-28. August 2015 findet in der Engel-Apotheke in Marl die nächste Knochendichtemessung statt. Es wird um Anmeldung gebeten(Tel. 37530). Wie lässt sich vorbeugen?
    In unserem Gesundheitssystem wird erst bei Krankheit behandelt, eine Prävention ist kaum vorgesehen. Die Krankenkassen erstatten erst dann eine Osteoporosebehandlung, wenn Frakturen schon vorkamen. Das heißt: Für Ihre Knochenfitness können und sollten Sie selbst etwas tun! Wer nicht müde wird, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und seinen Bewegungsapparat zu fördern, kann aktiv gegen den natürlichen Prozess des Knochenschwundes angehen.

    Individuelle Trainingseinheiten für starke Knochen und einen sicheren Gang lassen sich gut zusammen mit dem Physiotherapeuten entwickeln. Bedenken sie aber, dass der Knochenaufbau ein langwieriger Prozess ist. Für die Lebensqualität im Alter hilft das frühe Vorbeugen und das macht beim Training in einer Gruppe unter Gleichgesinnten mehr Spaß und lässt sich länger durchhalten. Dazu bietet das Physiotherapiezentrum Marl jeden Dienstag von 9.30-10.00 Uhr, von 10.15-10.45 Uhr und von 11.00-11.30 Uhr, drei verschiedene Osteoporosekurse an.

    Ernähren Sie sich knochenfreundlich. Für unsere Knochen ist Calcium ein wichtiger Mineralstoff, der verstärkt über die Nahrung aufgenommen werden sollte. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Calciumzufuhr von 1000 mg und für Jugendliche im Alter von 10-18 Jahren sogar 1200 mg. Damit aus dem Magen/Darm-Trakt genügend Calcium aufgenommen werden kann, benötigt unser Körper Vitamin D. Ein zu wenig an Vitamin D bringt stets auch einen Mangel an Calcium mit sich und die Knochen werden brüchiger. Unter Lichteinfluss wird Vitamin D aus einer Vorstufe in unserer Haut gebildet. Dazu reicht es im Sommer, eine halbe Stunde ungeschützt in der Mittagssonne zu verbringen. Bekanntlich riskieren aber hellhäutige Menschen schon nach fünf Minuten einen Sonnenbrand und erhöhen somit ihr Hautkrebsrisiko. Durch bedeckte Kleidung oder Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 8 wird die Vitamin D Synthese zu über 95% geblockt. Bei älteren Menschen verläuft dieser Syntheseweg nur sehr unvollständig, so dass es Sinn macht, Vitamin D und Calcium durch qualitativ hochwertige Präparate dem Körper zuzuführen, um die Knochen stabil zu erhalten. Besonders wichtig ist das für Patienten, die Medikamente in Dauertherapie zu sich nehmen, die als sogenannte Calciumräuber gelten. Die Einnahme von u.a. Glucokortikoiden, einigen Epilepsiemedikamenten und Protonenpumpenhemmern (PPI) gehört dazu. Auch verschiedene Lebensmittel können die Calciumaufnahme verringern (z.B. Cola, Rhabarber, Rote Beete, Wurst, Schmelzkäse, Soja, Erdnüsse), so dass sich eine Supplementierung empfiehlt.

    Gehen Sie selbst gegen ihr eigenes Knochenschwundrisiko an und lassen Sie sich in unserer Engel-Apotheke beraten.

    Apothekerin Juliane Stark-Kreul, Engel-Apotheke, Bergstrasse 114, Marl

  • Blütezeit – Allergiezeit

    Blütezeit – Allergiezeit

    Tränende Augen, verschniefte Nasen, Asthmaanfälle..in der Frühlingszeit beginnt für viele Allergiker die Leidenszeit. Gerade dann, wenn man nach der kalten Jahreszeit sich wieder verstärkt im Freien aufhalten möchte, werden viele Heuschnupfenallergiker von den Pollen gequält und suchen Rat in der Apotheke. Bei einer Allergie handelt es sich um eine überschießende Immunantwort auf ein an sich harmloses Antigen. Für den betroffenen Allergiker bedeutet dieses aus den Fugen geratene Immunsystem allerdings einen erheblichen Verlust an Lebensqualität. Seine Konzentration in Schule, Beruf, Freizeit oder Straßenverkehr sind stark herabgesetzt. Größte Gefahr droht ihm, wenn er seine Erkrankung nicht ernst nimmt, zu spät oder nicht ausreichend therapiert, so dass es zu einem Etagenwechsel kommt. D.H. das die Erkrankung von den oberen Luftwegen in die tieferen Lungenabschnitte wandert und allergisches Asthma ausgelöst wird. Nur eine konsequente Therapie mit Mitteln der ersten Wahl, den H1-Antihistaminika, verschafft dem Allergiker Linderung seiner Symptome und kann das allergische Asthma zeitlich hinauszögern. Bei der Auswahl, der für den Allergiker richtigen Arzneimittel und weiteren Möglichkeiten, die Allergiesaison beschwerdefrei zu genießen, steht ihm das Team der Engel-Apotheke kompetent zur Seite.

    J. Stark-Kreul, Engel-Apotheke OHG, Marl

  • Inkontinenz

    Tabuthema – ständiger Harndrang

    Das Problem des immer „müssen“ zu müssen ist eine Erkrankung, mit der sich die Betroffenen häufig allein fühlen. Dabei leiden ca. 8 Millionen Deutsche unter ständigem Harndrang, der zu dem medizinischen Sammelbegriff „Inkontinenz“ zählt. Inkontinenz bezeichnet das Unvermögen oder die Unfähigkeit, Körperausscheidungen kontrolliert zurückzuhalten.

    In der Medizin unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten und Schweregraden der Inkontinenz, wobei der ungewollte Abgang von Urin am häufigsten auftritt.

    Liegt ein unwillkürlicher Harnverlust vor, spricht man von einer Belastungsinkontinenz. Besonders Frauen in allen Altersstufen sind hiervon betroffen, da die Beckenbodenmuskulatur z.B. durch Schwangerschaften, schweres Heben, wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder chronisches Asthma geschwächt wurde. Durch regelmäßige Beckenbodengymnastik unter fachlicher Anleitung können sich die Beschwerden bessern.

    Die Dranginkontinenz trifft Frauen und Männer gleichermaßen und wird durch eine gesteigerte Tätigkeit der Blasenmuskulatur hervorgerufen. Die Blase will sich vielfach entleeren, obwohl sie nicht vollständig gefüllt ist. Findet Mann oder Frau jetzt nicht sofort eine Toilette, geht bei diesem starken Harndrang eine Menge Urin in die Hose.

    Viele Männer, deren Prostata vergrößert ist oder die unter starkem Übergewicht leiden, kennen das ewige Nachtröpfeln nach dem Toilettengang, weil ständig Resturin in der Blase verbleibt. Hier spricht man von einer Überlaufinkontinenz.

    Stuhlinkontinenz liegt bei ca. 1% der Bevölkerung vor, bei denen es verursacht durch eine entzündliche Darmerkrankungen zum plötzlichen Abgang von Kot kommen kann.

    Harninkontinenz ist ein Problem, das vor allem Personen über 50 verstärkt betrifft. Die Mehrzahl von ihnen leidet lieber im Stillen und versucht nicht, sich von Fachkräften helfen zu lassen.

    Doch abwarten hilft hier nicht. Nur wer aktiv etwas gegen seine Inkontinenz unternimmt, bekommt sie in den Griff, weiß Apothekerin Juliane Stark-Kreul zu berichten.

    Sinnvoll ist es für die Betroffenen, zuerst den Arzt ihres Vertrauens aufsuchen, um mit ihm, nach einer genauen Diagnosestellung passende Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Zusätzlich können viele Betroffene in der Apotheke die richtige Hilfe finden. Die Engel-Apotheke, Marl, bietet zu dem „Tabuthema – Inkontinenz“ am 23. und 25. Oktober 2012 Informationsveranstaltungen an (Anmeldung erforderlich unter Tel.: 37530).

    Betroffene ziehen sich aus Angst, ihre täglichen Einkäufe oder sportlichen Aktivitäten nicht ohne unangenehme Unterbrechungen erledigen zu können, aus dem aktiven Leben zurück. Dies ist aber vollkommen unnötig! Es gibt zahlreiche Hilfsmittel, die problemlos die Unzulänglichkeiten des ungewollten Urinabgangs auffangen können, erklärt Apothekerin Juliane Stark-Kreul.

    Anatomisch geformte Einlagen oder Vorlagen, können größere Mengen von Urin aufnehmen, bieten einen sicheren Auslaufschutz, lassen sich problemlos im Liegen oder Stehen anlegen, verfügen über einen hohen Tragekomfort und sind sehr hautschonend.

    In der Apotheke können sich Betroffene oder pflegende Angehörige in einem „Vier- Augengespräch“ von einer pharmazeutischen Mitarbeiterin in einem separaten Raum fachmännisch beraten lassen. Unser geschultes Apothekenpersonal wird Ihnen für dieses intime Problem richtige Lösungsmöglichkeiten zeigen und im Gespräch klären, welche Kosten die Krankenkasse übernehmen kann.

    Wir helfen Ihnen dabei ihren Alltag wieder unbeschwert genießen zu können, denn Ihre Gesundheit ist uns wichtig!

    Juliane Stark-Kreul, Engel-Apotheke

  • Tinitus

    Ich höre was, was Du nicht hörst – Tinnitus

    Ohrgeräusche ohne eine äußere Schallquelle, die nur vom Patienten als Phantomgeräusche sehr störend wahrgenommen werden, bezeichnet man als Tinnitus (tinnire, lat. = klingeln). Diese quälenden Symptome im Ohr wie plötzliches oder auch langsam einsetzendes Pfeifen oder Rauschen führen oftmals zu starker Einschränkung der Lebensqualität mit Schlafstörungen, Angstzuständen oder Depressionen. Nach aktuellen Schätzungen leiden in Deutschland etwa 10 Millionen Bundesbürger unter dem quälenden Terror im Kopf. Circa 2,7 Millionen Tinnitus-Patienten sind behandlungsbedürftig. Jährlich erkranken in Deutschland 340 000 Menschen neu. Jeder Vierte macht in seinem Leben zumindest eine Tinnitus-Erfahrung. Obwohl es häufig als Zivilisationskrankheit aufgrund einer modernen Lebensführung geführt wird, ist diese Krankheit bereits seit Jahrhunderten beschrieben. Ludwig van Beethoven ist wohl einer der berühmtesten Patienten, der über „meine Ohren, die sausen“, klagte.

    Früher ging man von Durchblutungsstörungen im Innenohr als Tinnitus-Ursache aus. Moderne Erkenntnisse zeigen eher, dass Störungen in der Hörschnecke verbunden mit den Nervenbahnen des Hörapparats zur Krankheitsentstehung führen. Beim plötzlichen Auftreten von solchen Ohrgeräuschen sind diese ernst zu nehmende Alarmzeichen. Neben der Änderung einer hektischen und unregelmäßigen Lebensweise sollte ein Hals-Nasen-Ohr-Arzt aufgesucht werden. Bereits in den ersten 24 Stunden eingeleitete Maßnahmen führen neben einer ausgesprochen hohen Selbstheilungsrate sehr häufig zu wesentlichen Verbesserungen. Deutlich schlechter sehen die Heilungschancen aus, wenn der Tinnitus länger als 6 Monaten andauert. Hier sind aufwendige mehrstufige Therapieabsätze häufig unerlässlich. Wichtig ist es, dass der Teufelskreis des Tinnitus aus schrecklichen Ohrgeräuschen und dem unerfüllten Verlangen nach entspannender Ruhe unterbrochen wird.

    Neben einer „Hörhygiene“, die völlige Ruhe, aber auch laute Geräusche vermeidet (z.B. Brunnengeräusche im Hintergrund), sind Entspannungstechniken, milde sportliche Aktivitäten und Veränderung im Genußmittelkonsum unterstützend hilfreich. Wir in der Engel-Apotheke stehen den Betroffenen gerne als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung und helfen sinnvolle Therapiemöglichkeiten zu finden.

    Wir freuen uns auf Ihren Besuch, denn Ihre Gesundheit ist uns wichtig!

    Prof. Dr. H. Stark, Goethe-Universität Frankfurt, und J. Stark-Kreul, Engel-Apotheke, Marl

  • Zappelphilipp

    Er gaukelt, er schaukelt…

    Das Zappelphilipp-Syndrom

    Wer kennt nicht die Geschichte vom Zappelphilipp, der nicht ruhig am Mittagstisch sitzen konnte, aus dem weltbekannten Struwwelpeter-Buch geschrieben vom Frankfurter Arzt H. Hoffman aus dem vorletzten Jahrhundert

    Dieses Krankheitsbild ist nicht neu und wird heute als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung mit der Abkürzung ADHS bezeichnet. Fehlt das Merkmal der Hyperaktivität spricht man von ADS. Heutzutage ist ADHS eine der am häufigsten beschriebenen Krankheitsbilder im Kindes-Jugendalter und kann bis ins Erwachsenenalter reichen.

    Tatsächlich leiden nicht alle Zappelphilippe tatsächlich an ADHS. Die Experten gehen davon aus, dass zwei bis sechs Prozent aller Kinder und Jugendlichen von ADHS in unterschiedlichen Schweregraden betroffen sind. Dabei sind Jungen etwas häufiger betroffen als Mädchen. Zur genauen Diagnose sollte ein Kinder/Jugendarzt hinzugezogen werden, der erst nach eingehender Untersuchung die richtige Diagnose stellen kann. Der Arzt wird unter anderem dabei berücksichtigen, dass die Symptome über einen Zeitraum von sechs Monaten oder auch schon länger bestehen und vor dem Vorschulalter begonnen haben.

    Den betroffenen Kindern fällt es schwerer als anderen Kindern in der jeweiligen Altersstufe, ihren starken Bewegungsdrang (Hyperaktivität) und ihre Gefühle zu kontrollieren sowie sich auf bestimmte Aufgaben länger zu konzentrieren. So können schon kleinere Hausaufgaben eine Tortur für die ganze Familie werden. Häufig stellen sich zusätzliche Begleitsymptome ein, zum Beispiel Lese- oder Rechtschreibschwäche, Angst oder depressive Störungen. Aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten bleiben diese Kinder hinter ihren Leistungsfähigkeiten zurück und werden manchmal fälschlicherweise als minderbegabt angesehen.

    Als Ursache für die ADHS nehmen Mediziner an, dass eine angeborene Stoffwechselstörung im Gehirn vorliegt. Hiervon sind vor allem die Hirnabschnitte betroffen, die für Steuerungs- und Koordinationationsaufgaben in der Informationsverarbeitung des Gehirns zuständig sind. Somit können Kinder die an ADHS leiden innere und äußere Reize schlecht verarbeiten und ausfiltern. Gerade diese Filterfunktion ermöglicht es, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und sich auf eine Sache konzentrieren zu können. Ohne diese Steuerungsmöglichkeit leiden wir an einer chronischen Reizüberflutung und ungenügender inneren Bremse mit damit verbundenen Unruhe.

    Viele Lehrer fürchten den katastrophalen Wochenbeginn, an dem viele Kinder nach stundenlangem Fernseh- oder Computerkonsum am Wochenende überdreht und unruhig sind. Grundsätzlich schaden Reizüberflutung und Bewegungsarmut allen Kindern, aber in besonderem Maße Kindern mit ADHS.

    Die Notwendigkeit Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, soll mit einem Beispiel verdeutlicht werden: Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Auto durch eine schöne Landschaft und hören dabei Radio. Sie singen laut mit, genießen die Umgebung und konzentrieren sich auf das Autofahren. Bei einer plötzlichen Gefahrensituation ist Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf diese gelenkt. Ihr Filter sorgt dafür, dass alles Unwichtige, wie das Lied im Radio, ausgeblendet wird und Ihre Aufmerksamkeit jetzt unaufgeteilt für das Autofahren zur Verfügung steht. Die Steuerungsfunktion können Sie daran erkennen, dass Sie jetzt nicht einmal mehr wissen, zu welchem Lied Sie gerade mitgesungen haben. Bei hyperaktiven Kindern funktioniert dieser Prozess der Ausblendung und Fokussierung auf das Wichtige nicht bzw. nur unzureichend.

    Gerade jetzt zum Schulanfang, wo Kinder sich in neue strukturierte Situationen einfinden und eingliedern sollen, fallen hyperaktive Kinder durch ihre motorische Unruhe, kurzen Aufmerksamkeitsphasen und ihre Impulsivität sehr auf. Diese Zappelphilippe leiden selbst am meisten unter diesen Problemen, die durch ihr Verhalten in der Schule oder der Familie entstehen. In vielen Fällen fühlen sich diese Kinder durch ihre negativen Erfahrungen mit der Umgebung im Selbstwertgefühl beeinträchtigt, ungeliebt und nicht angenommen. Sie entwickeln trotzige und aggressive Verhaltensweisen, die erneut negative Rückmeldungen mit sich bringen. Es entsteht ein Teufelskreis, der immer schwieriger zu durchbrechen ist. Unbehandelt kann sich eine ADHS negativ auf die kindliche Entwicklung, Schullaufbahn und Berufsausbildung auswirken.

    Als erster Ansprechpartner dient der Kinder/ Jugendarzt, der nach genauer Untersuchung die richtige Behandlung einleiten kann, um die Symptome zu lindern. Begleitend werden mit dem jungen Patienten und dessen Familie Trainingsprogramme erarbeitet, in denen gelernt wird, wie bestimmte Verhaltensauffälligkeiten des Kindes durch gezielte Maßnahmen verhindert werden können. Ebenso werden Lösungen für schwierige Alltagssituationen gesucht, Regeln mit entsprechenden Belohnungssystemen entwickelt und vieles mehr, um wieder eine gesunde Eltern/Kind-Beziehung zu schaffen.

    Zusätzlich können betroffene Familien Rat und Hilfe bei uns in der Apotheke finden.

    Um die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, hat es sich vielfach bewährt, Präparate mit Omega-3-Fettsäuren in ausreichender Konzentration einzunehmen. Sinnvoll ist es auch, die Ernährungsgewohnheiten genauer zu untersuchen, um eventuell Nahrungsmittel herauszufinden, die nach dem Verzehr die Symptome entweder verstärken oder abschwächen können. Eine rechtzeitige und angemessene Behandlung hilft, Folgeschäden zu vermeiden. Sprechen sie uns an, denn die Gesundheit Ihrer Kinder und Ihre Gesundheit sind uns wichtig!

    Wir wünschen allen Familien einen guten Schulstart und viel Erfolg beim Erreichen der kleinen und großen Ziele!

    Juliane Stark-Kreul, Engel-Apotheke in Marl